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KAPAK KONUSU
       Die Uiguren




                              (Uygurlar)
        Die Uiguren sehen ihre Herkunft
        ähnlich wie alle Türkvölker
        in den Altai-Bergen. Speziell
        ihre Verwandtschaft mit den
        Stämmen der Oghusen und ihre
        Turksprache sind hierbei von
        besonderer Bedeutung.

          Cemalettin Özdemir
           n religiösen Quellen werden   Grenzen Tibets, bis zum ochots-  rachaniden sind für die Geschich-
         I Uiguren und Oghusen als   kischen Meer (Ost Russland)   te der Uiguren aber auch alle
        Nachkommen von Noahs Sohn   reichen. Bereits in dieser Zeit   anderen Turkvölker von enormer
        Japhet gesehen. In Geschichts-  werden die Uiguren bekannt für   Wichtigkeit, da nämlich die Ka-
        quellen spielen Uiguren eine erste   ihre Kultur, vor allem Schrift und   rachaniden das erste Turk-Reich
        große Rolle, als sie etwa 605   Literatur werden in den folgenden   ist, welches den Islam offiziell als
        gegen die Göktürken rebellie-  Jahrhunderten von vielen Nach-  Religion annimmt. Als der Sultan
        ren und versuchen unabhängig   barvölkern angenommen und als   der Karachaniden Satuq Bughra
        zu werden. Dies gelingt jedoch   „eigene Kultur“ verkauft.  Khan 934 Muslim wird, erobert er
        erst gegen 744. Nun gründen                            anschließend Kashgar (West-
        sie das uigurische Großreich   Als um 840 das Großreich   spitze Chinas) und das gesamte
        mit der Hauptstadt „Ordu-Baliq“   mehr und mehr zerfällt ziehen   Tarim Becken (heute: Uigurische
        in der Zentralmongolei, nahe   viele Uiguren ins Tarim Becken   autonome Region Xianjiang
        der ehemaligen Hauptstadt der   und in die Ganzhou Region   in China). Somit brachten die
        Göktürken. Dieses Großreich soll   (beide Regionen liegen heute in   Karachaniden den Islam nicht
        zu seinem Höhepunkt um 810   West-China). Das Uiguren-Reich   nur ins heutige China sondern
        vom Balchaschsee (Kasachstan),   wird im allgemeinen von den   in erster Linie zu den Uiguren.
        über die Steppen Sibiriens, an die   Karachaniden abgelöst. Die Ka-  Der sunnitische Islam verbreitete
                                                               sich in den folgenden Jahr-
                                                               hunderten vor allem unter den
                                                               Uiguren. Unter der Herrschaft der
                                                               Karachaniden entwickelte sich
                                                               im Tarim Becken eine uigurische
                                                               Hochkultur. In dieser Zeit wurden
                                                               Städte wie Buchara, Samarkand
                                                               und Kashgar zu den Zentren von
                                                               islamischer Bildung und Wissen-
                                                               schaft. Jedoch spätestens mit
                                                               dem Einfall der Mongolen um
                                                               1210 unter Genghis Khan und
                                                               seinem Sohn Chagatai wurde
                                                               der Islam und die eigene Kultur
                                                               der Uiguren stark eingeschränkt.
                                                               Wie stark die damalige Welt von
                                                               den Mongolen zerstört wurde,
                                                               zeigt sich noch an Hülegu, dem
                                                               Enkelkind von Genghis Khan, der
                                                               1258 sogar Baghdad eroberte

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